Alexander Jacobi war der erste und einzige Lehrer, den ich vor meinem künstlerischen Studiengang Dirigieren-Orchesterleitung hatte.

Da ich erst mit 15 Jahren mit dem Klavierspiel begonnen habe, musste ich sehr viel in kurzer Zeit nachholen. A. J. war hier genau der richtige Lehrer, da er neben dem künstlerischen und Klavier-technischen Niveau auch die menschlichen und pädagogischen Stärken besitzt. Öfters hatten wir Auseinandersetzungen darüber, wie eine bestimmte Stelle zu spielen sei. Da ich sehr renitent und manchmal auch engstirnig gewesen war, bedurfte es einiger Geduld, mit mir zurecht zu kommen. A. J. konnte stets mit Geduld und Feingefühl in solchen Situationen agieren und schaffte es so immer, meine musikalische und technische Entwicklung voranzubringen. Jedenfalls habe ich mich immer ungeheuer auf die nächste Unterrichtsstunde gefreut.

Als ich meiner Klavierprofessorin im Studium zum ersten Mal das Programm vorspielte, das ich zuletzt erabeitet hatte und weil sie wusste, dass ich so spät mit dem Klavierspiel begonnen hatte, sagte sie: “Sie müssen einen sehr guten Lehrer gehabt haben!” Heute bin ich als Studienleiter und Kapellmeister am Staatstheater Braunschweig engagiert. Dort dirigierte und dirigere ich viele Vorstellungen in Oper, Operette, Musical, Tanz und Konzert und arbeite mit Sängern/innen am Klavier an ihren Partien. Klavierspielen liebe ich immer noch, heute vielleicht sogar noch mehr, weil es mich  an die Zeit erinnert, als ich mich regelmäßig auf meine Stunde in der Musikschule vorbereitet habe.

 

Christopher Lichtenstein (geb. Hein)

Studienleiter und Kapellmeister am Braunschweiger Staatstheater